Freitag, 20. Februar 2015

Drei – Zwei – Eins – Seins!

Es gibt gute Wochen, langweilige Wochen, blöde Wochen, krasse Wochen … und wahrscheinlich noch zig andere Kategorien. Meine Woche ist irgendwas zwischen krass und blöd.

Kommen wir zum blöden Teil.
Ebbe im Portemonnaie. Also schlendere ich in einigermaßen hektischem Tempo zur Bank, in der mein Lieblingsgeldautomat wohnt. Mit den Gedanken bereits beim folgenden Einkauf, tue ich mechanisch, was man so tut am Geldautomaten.

Zu Hause angekommen, befreie ich die Einkaufstaschen von ihrem Inhalt und teile meinem Flummi Geld für sein Essen in der Schule zu. 
Da! Das Geld, welches ich aus dem Bauch des Automaten mit meiner Karte zu Tage förderte, weilt nicht in meinem Portemonnaie! Und für den Einkauf habe ich kein Bargeld gebraucht.
Ich riesengroßes Dusseltier habe das Geld im Automaten liegen lassen! Mistkacka!

Wenn ich Glück habe, hat der Automat das Geld wieder eingezogen. Leider hat die Bank jetzt schon geschlossen. So darf ich denn unruhig schlafen und morgen heraus finden, wohin mein Geld verschwunden ist.
Und überhaupt! Die Öffnungszeiten von Banken sind ja wohl irgendwie voll Achtziger!

Tags darauf eile ich zum Ort des Geschehens und behellige die Dame am Serviceschalter mit meinem Missgeschick. Sie sucht in den Daten des Geldautomaten und stellt fest, dass die Kohle nicht wie gehofft, wieder eingezogen wurde. Sie offeriert mir die Möglichkeit, die Bilder der Überwachungskamera während meines Besuches und danach zu sichern. Allerdings können die nur eingesehen werden, wenn ich bei der Polizei Anzeige erstatte. Wegen Fundunterschlagung. 
„Oft sind die Leute ja so doof, dass sie danach noch mit ihrer eigenen Karte Geld holen. Dann könnte man herausfinden, wer es war. Ich rufe mal an und lasse die Bilder sichern.“
Wieder was gelernt.

Während ich auf dem Weg zur nächsten Wache bin, frage ich mich, welchen Sinn dies Prozedere macht. Wenn jetzt jemand schnell einen Blick auf die Bilder geworfen hätte, hätte er sehen können, ob der oder die nach mir am Bankomaten war, seine Karte benutzt oder einfach tanzend und  händeklatschend die Bank wieder  verlassen hat. Aber warum sollten Datenschutz und Logik auch Hand in Hand gehen?


Auf der Wache begrüßt man mich ausgesprochen freundlich. Nachdem ich mich ausschweifend für die Lappalie entschuldigt habe, die mich in diese heiligen Hallen treibt, wird über eine Gegensprechanlage jemand geordert, der mein Begehr zu Papier oder besser zu PC bringen soll.

Es erscheint ein Mann, kurz vor dem Rentenalter, der mich doch sehr an den alten Pausenfilm des NDR mit Antje erinnert. Als ich abermals erkläre, welcher Nichtigkeit wegen ich ihn hier behellige, nickt er väterlich und meint: „Dann woll´n wir mal!“  

Nachdem er brav alles in sein Formular gebracht hat, frage ich ihn, wie es jetzt weiter geht. „Also das gebe ich jetzt zur Kriminalpolizei und die sehen dann, ob der Täter uns bereits bekannt ist.“

Auf meiner Stirn machen sich mehr als nur ein Fragezeichen breit. Ich erkläre kurz, was ich von der netten Dame aus der Bank weiß und sehe, dass ich damit auch sein Gemüt erhelle. „Ach … na, dann hoffe ich, dass die Kollegen von der Kripo da auch drauf kommen … ich weiß sowas nicht … ich nehme das hier nur auf.“
„Das hoffe ich auch mal. Sonst haben wir zwei hier jetzt umsonst Spaß gehabt.“, lache ich gequält und hoffe im Stillen, dass der liebe Gott Gehirnschmalz in entsprechender Gewichtung auf unsere Gesetzeshüter verteilt hat. Wie hat es dieser Mann in Uniform in seinem Verein nur bis kurz vor die Rente geschafft?

Ohne jeden Funken Hoffnung, meine Piselotten jemals wieder auf meinem Konto begrüßen zu dürfen, verlasse ich die Wache. 

Foto: Ichnicht (sitzt bis nächsten Mittwoch auf dem Jungfernstieg und versucht seine Fotos meistbietend  an Touristen zu verhökern)

Fortsetzung hier. 

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