Mittwoch, 1. August 2018

Greece I

In der griechischen Gastronomie scheint es eine Art Hackordnung zu geben.  Am Ende der Nahrungskette steht ein armer Schluffi, der dafür zuständig ist, dass immer hübsch aufgeräumt ist, Getränke an die entsprechenden Tische gelangen und zwischendurch hüpft er, wie es ihm die Kellner befehlen. Die Kellner haben zwar die Tische unter sich aufgeteilt, aber auch das ist nicht immer Gesetz und kann wahlweise umgeschubst werden. Dann gibt es noch so etwas wie den Oberkellner, der alle unter Wind hat. Oder auch nicht. 

Am ersten Abend mache ich den Fehler und antworte auf die seltsame Frage, ob alle Gerichte gleichzeitig kommen sollen, mit "Aber natürlich!" Das hat zur Folge, dass das Essen nach über einer Stunde von uns eingeklagt werden muss. Und trotzdem kommt es kleckerweise. Okay. Verstanden. Hier funktioniert anscheinend jedes Restaurant eher wie eine spanische Tapas-Bar. Bestellungen landen fast grundsätzlich in der Mitte des Tisches und jeder hat bereits einen eigenen leeren Teller vor der Nase, um sich von der Mitte zu bedienen. Wenn man das Prinzip verstanden hat, bin ich durchaus ein Freund dieser Art des Nahrung Teilens. 

Ein kurzes Wort zur weiblichen Natur: Es gibt ein paar wenige Dinge, die grundlegend schlechte Laune verursachen. Und dies gilt, hier lehne ich mich mal weit aus dem Fenster, für die gesamte weibliche Spezies auf zwei Beinen. Wenn wir Hunger haben, uns kalt ist, wir müde sind ... dann, ja dann sollte man einen großen Bogen um uns machen oder Abhilfe schaffen. Treffen diese Voraussetzungen gleichzeitig aufeinander, addieren sie sich nicht! Nein, sie potenzieren sich!

Zurück zur griechischen Hackordnung. Wenn Schluffi gerade dein Glas Wein vorbereitet und zwischendurch von einem Ranghöheren angemauzt wird, er möge doch mal schnell ENDLICH einen Tisch cleanen, dann sehen du und das Glas Wein sich weiter hoffnungsvoll aber aus weiter Entfernung sehnsüchtig an. Und wenn es ganz blöd läuft, hat Schluffi nach der Abräumaktion nicht nur den Tisch sondern auch sein Hirn gecleant und den Wein aus seiner Erinnerung gestrichen. 

Ich durchbohre den vermeintlich für unseren Tisch zuständigen Kellner von hinten mit Blicken, bis er sich endlich umdreht, in mein geschlitztes Paar Augen sieht und meinen Blick an Schluffi weiterreicht, der sofort hüpft. Kann man üben und perfektionieren. Auch wildes Winken, gerne mit dem ganzen Körper, am besten in der Gruppe, führt manchmal -nicht immer, aber doch oft- zum Erfolg. Auch wenn man nicht der russischen Nationalität angehört, die hier scheinbar besonderen Vorzug genießt, warum auch immer. 

Unter unserer Ferienwohnung befindet sich ein italienisches Restaurant mit ausnehmend großer Pizza, man munkelt etwas von dreiundvierzig Zentimeter Durchmesser. Jeden Abend sehe ich mir mit unverhohlener Faszination das Prozedere an, wie und wo man die Tische einkleidet. Einige Tische stehen auf der anderen Straßenseite direkt am Wasser und andere werden vor der Post, die sich ebenfalls in unserem Hause befindet, in Reihe auf ihren Zweck vorbereitet. Sie werde schon mal mit Tischdecken versehen und vollständig, auch mit Tellern eingedeckt, um in Stoßzeiten je nach Bedarf, auf der Hand eines Kellners balanciert, die Straßenseite zu wechseln. Dass regelmäßig -im besten Fall ein Bein von vieren, im schlechtesten das gesamte Geschirr- auf der Straße landet, hat hier keinen großen Lerneffekt. Same procedure as last year? Yes, James! Same procedure as every Year!



Bin ich zu deutsch?

Wen es interessiert: Die Ferienwohnung kann ich übrigens sehr empfehlen. Ein liebevoll gepflegtes Haus von absolut -freundlich ist zu wenig- warmherzigen Menschen. Mutti kümmert sich um die Seele, Papi um die Pflanzen im Innenhof, wo man Tomaten, Gurken  und Zucchini bewundern kann. Bettwäsche und Handtücher werden hier schneller gewechselt, als man die Wörter überhaupt aussprechen kann und die Lage ist unschlagbar. Hin und wieder ist es genau deswegen nachts etwas lauter als das gemeine deutsche Ohr es mag. Sollte man sich also drauf einrichten.













Fotos:  Ichnicht (packt schon mal den Koffer für den Umzug nach Kassandra) 

Samstag, 21. Juli 2018

Greece

Wenn man reist, läuft entweder alles glatt oder eine Unebenheit reiht sich an die nächste. So jedenfalls meine Erfahrung. Dementsprechend bin ich unruhig, als ich sehe, dass die Dame im Reisebüro meinem Murmelkind für die Reise den Zweitnamen meines Sohnes angehängt hat. Sie sind zwar eng verbandelt miteinander von klein auf, aber so eng, dass sie sich jetzt gleich auch noch einen Namen teilen, dann doch nicht. Mit diesem Wissen bemühe ich mich also ernsthaft, diesmal einigermaßen rechtzeitig am Flughafen aufzuschlagen, denn es könnte ja möglicherweise kompliziert werden, wenn Bordkarte und Reispass nicht miteinander übereinstimmen. Es muss ja nicht gleich zu Beginn so aus dem Ruder laufen, wie es in Sardinien endete. 

Zwei Stunden vor Flug lautet eine ungeschriebene Regel, die wir auch fast einhalten. Es tobt das Chaos und eine Dame vom Bodenpersonal brüllt die Menschenmassen an, die sich in nicht mehr zu definierenden Reihen vor den Schaltern schlängeln, sie könnten auch im nächsten Terminal einchecken, soweit sie bereits eingecheckt hätten und im Besitz einer gültigen Bordkarte wären. Sind wir und wechseln den Terminal. 

Hier ist es ziemlich leer und auch die Namensirrung scheint überhaupt kein Problem zu sein. Ich beginne mich zu entspannen. Wenn die Koffer erstmal im Flieger sind, wartet man gerne mal zwei Minuten auf verschütt gegangene Passagiere. Also können wir uns jetzt ins Gewühl zur Sicherheitskontrolle stürzen. Auch das geht gut. Und sogar der Flieger startet pünktlich. 

Nächste Hürde Leihwagen. Ich frage mich durch, werde von einem Schalter zum nächsten geschickt und dann finden wir uns gegenüber dem Flughafen vor einem Minibus wieder, der zukünftige Leihwagenmieter nebst Begleitung zu Parkplätzen in der Pampa bringt, von wo aus sie dann mit dem Gefährt der Begierde in den wohlverdienten Urlaub starten. Also normalerweise. 

Auf dem Minibus, den ich ansteuere stehen verschiedene Firmennamen, allesamt im selben Business unterwegs. Ich frage den jungen Mann vor dem Bus, ob er auch für Firefly unterwegs sei. Seine Antwort ist eine Gegenfrage, wie viele Personen wir denn seien. Ich drehe mich um und zähle kurz die Ableger durch und komme auf drei. Er dreht sich um und zählt seinerseits die freien Plätze im Minibus durch und kommt auf ein ähnliches Ergebnis. Wir dürfen einsteigen. Und los geht die wilde Fahrt. 

Zwischen lauter wild geparkten Autos dürfen wir vor einem Container, in dem arme Angestellte zwischen Papierbergen ihr Arbeitsleben fristen, aussteigen ... und bitte warten! Unser Minibusfahrer erwischt einen seiner Kollegen samt Vehikel und vermittelt uns kurzerhand als Mitfahrer. Aha. Also doch noch nicht angekommen. Der Kollege neigt kurz den Kopf von links nach rechts und bittet als Gegengefallen, ob ihm unser Minibusfahrer mal kurz dabei helfen könne, die hintere Tür aufzuzerren. Nach einigen gemeinsamen Versuchen, gelingt dieses Unterfangen und wir dürfen abermals einsteigen, werden aber gebeten uns so zu verteilen, dass noch zusteigende Fahrgäste problemlos mit in den Fahrgastraum schlüpfen könnten. Gesagt, getan. Murmel vorn an die Seite hinter dem Fahrer, Flummi und ich dahinter. Weiter geht die wilde Fahrt. 

Als ich gerade beginne mitzuschneiden, dass wir uns auf dem Rückweg zum Flughafen befinden, springt die mühsam aufgezerrte Tür auf. Intuitiv rutsche ich fix ein bisschen dichter zum Flummi, der sich diebisch über die offene Tür freut, checke, ob das Murmelkind weit genug entfernt zum Gefahrenherd sitzt, was der Fall ist, und umklammere meine Habseligkeiten. Dann entschließe ich mich doch, der Tür einen beherzten Stoß zu geben, die sich wiederwillig abermals schließt. Doch nur vorübergehend. So kommen wir mit offener Tür wieder am Flughafen an. Zwei weitere Fahrgäste -keiner von ihnen dürfte sich je offensichtlicher willkommen geheißen haben-  steigen dazu. Und weiter geht die wilde Fahrt. 

Der Gurt an besagter Tür ist funktionsuntüchtig, wie wir feststellen dürfen und im Geiste sehe ich den Mann auf dem nächstgelegenen Platz zur Tür schon mit dem Geräusch eines luftverlierenden Luftballons zu Tür hinausgesogen werden. Doch nichts dergleichen geschieht. Die Tür macht ihren Dienst und wir kommen dann doch relativ unkompliziert zu unserem Leihwagen in einem wesentlich vertrauenerweckenderen Büro auf einem anderen Parkplatz. 


Wir gleiten von Thessaloniki Richtung Sithonia durch eine Landschaft, die mich sehr an Mallorca erinnert, als uns ein Reisebus entgegenkommt, bei dem sage und schreibe ALLE  Türen offen sind. 

Welcome to Greece!





Fotos:  Ichnicht (ist inzwischen wieder aus seinem Versteck gekommen und zittert nicht mehr)


Dienstag, 16. Januar 2018

Dubrovnik

Nachdem wir die erste Station unseres Urlaubs in Kroatien bereits hinter uns haben, kommen wir mit unendlicher Verspätung in Dubrovnik an. Ich dumme Nuss hatte doch tatsächlich nicht auf der Uhr, dass zu Bosnien und Herzegowina zwei Millimeter Küste gehören und man deshalb durch zwei Grenzkontrollen muss, die kurz hintereinander liegen. Witzig an dieser Geschichte, nur ein Kontrollposten ist scharf darauf, die Pässe der rollenden Kolonne zu inspizieren. Raten Sie mal, welcher! Und das dauert eben. Per Message kündigte ich unsere Ankunft deshalb in regelmäßigen Abständen um eine Stunde später an.

Und jetzt stehe ich mit Moppelkotz in der Ul. Andrije Hebranga, mitten in Dubrovnik, und brülle mein Navi an, dass die Kinder hinter und neben mir zusammenzucken. Bevor meine Stirn aufs Lenkrad sinkt, beiße ich in selbiges. Dieses Mistvieh von TomTom will einfach kein GPS mehr empfangen. Und überhaupt ist das Ding so alt, dass wir in seiner Welt die letzten  Stunden über reines Ackerland gefahren sind. Die Sreserska Ul. samt Apartment muss doch aber hier irgendwo sein!

Ich entscheide mich für einen Anruf bei der Vermieterin und höre meine eigene Stimme einigermaßen hilflos ins Telefon quengeln, dass ich gar nicht weiß wo ich bin, in eine Pizzeria starre, aber das Gefühl habe, in der Nähe ihres Apartments zu sein. Sie meint, sie würde ihren Sohn schicken, um uns zu lotsen, Und er wäre in nullkommafünf Minuten bei uns. Was er auch tatsächlich ist.

Er ist nicht nur bei uns, sondern auch sechzehn, redet ähnlich viel wie der Flummi und quetscht sich kurzerhand auf die Rückbank neben die Murmel, die schnell alle Luft aus ihrem Körper lässt, sich gegen Taschen, Flaschen, Hüte, den Picknickkorb, Taschen und Taschen auf der Seite hinter mir lehnt, bis sie nahezu wagerecht über allem liegt und mich dabei mit gerunzelter Stirn durch den Rückspiegel ansieht. Ich zucke die Schultern und warte einfach, ob die Tür noch zu geht. Passt. 

Wir folgen seinen gemurmelten Anweisungen. Wenn ich sie nicht verstehe, frage ich nach oder setze einfach das Auto im Blindflug zurück. Denn hinten rausgucken kann ich nicht mehr, da liegt ja die Murmel quer. Bis wir in einer Straße ankommen, in der -nach deutschem Ermessen- kein Gegenverkehr möglich ist. Wir parken zwei Millimeter an einer Mauer mit eingeklapptem Spiegel. Und dann steigen wir den restlichen Weg Treppen. Kein Wunder also, dass diese Straße in der entsprechenden Verkehrsordnung nicht erwähnt wird. 

Im Apartment angekommen verabschiedet sich unser Helfer und kündigt seine Mutter in einer Stunde an. Okay. Wir sehen uns solange um. Unsere Behausung ist noch relativ neu und geschmackvoll modern eingerichtet. Zur Begrüßung steht eine Flasche heimischen Rotweins in der Küche, die als sie in meinen Blick fällt, automatisch die Mundwinkel noch weiter Richtung Ohren ziehen lässt. Während die Ableger  über die Bettenverteilung diskutieren, nehme ich das Bad in Augenschein. Klein aber fein. Klein. Zu klein für eine Waschmaschine. Aber ich buchte doch ein Behausung mit Waschmaschine! IMMER buche ich Urlaubsdomizile mit elektronischer Waschmöglichkeit. Das spart nämlich eine Menge Klamotten und schafft Platz für Krams, den man brauchen könnte aber trotzdem nicht braucht. Steht das Gerät vielleicht irgendwo in der Küche? Nein. Keine Waschmaschine. 

Also warten wir wohl besser mal, was die Hausherrin dazu meint. Es dauert auch nicht lange, bis eine Menge Temperament gefolgt von einer kleinen zierlichen Frau vor ihrer und temporär unserer Tür stehen und wieder zu Einem verschmelzen. Sie hat viele Informationen aber leider keine Waschmaschine für uns. Denn die wohnt nebenan im Apartment und dieses ist a) ohne Terasse b) für vier Personen und c) bis morgen und dann irgendwie auch wieder neu vermietet. Das hatten booking.com und ich wohl anders verstanden. Oder ich, weil booking.com? Egal. Es ist wie es ist.

Die temperamentvolle kleine Frau heißt Marija und bietet mir an, zu helfen. Ich könne ja ihr die Wäsche in einen Korb werfen und sie würde sie in ihre Waschmaschine stopfen und mir nach vollbrachter Tat wiederbringen. Verlockendes Angebot. Wenn da nicht die Unterwäsche wäre. Das ist schon ein wenig peinlich. Aber ich danke für das Angebot und nehme vorerst an. 

Am nächsten Morgen wache ich auf, weil das Apartment nebenan lautstark zum Leben erwacht. Man packt und räumt. Irgendwann ist es still. Zeit, dass ich mich aufraffe und Futter für die Brut besorge. Die liegt noch einigermaßen müde um mich herum auf die übrigen Betten verteilt. Ich nehme kurz die Bestellung auf und versuche im Supermarkt zu finden, was mir aufgetragen wurde.

Supermarkt in Dubrovnik mit Mitarbeiterin des Monats

Zurück mit der Beute -nein, ohne Katze!- stehe ich vor der Tür und starre auf das andere Apartment. Da sich die Tür nicht beschwören lässt, werde ich wohl Hand anlegen müssen und versuche, ob wie so oft nach Auszug, die Tür noch offen und der Schlüssel von innen ins Schloss gesteckt ist. Ich habe Glück. 

Während ich mit dem entrückten Blick eines Einhorns nach Genuss einer anständigen Portion Vergorenem einen kleinen Plan schmiede, reißt die Murmel frohen Mutes die Tür auf, um mich überschwänglich zu begrüßen. Oder aber auch nur, um mir alles Essbare abzunehmen. Wer weiß das schon so genau. Sie erstarrt, als sie mich mit der offenen Tür der ausgezogenen Nachbarn in der Hand sieht.
"Mama, WAS machst du da???"
"Ich denke nach." 
"Darfst du das?"
"Nachdenken?"
"Nein! Da rein!?"
" ... naja ... da wohnt ja jetzt gerade keiner. Ich überlege, ob wir uns mal kurz die Waschmaschine ausleihen können. Marija ist den halben Tag arbeiten und hier noch nichts geputzt. So zieht hier mit Sicherheit niemand neues ein. Aber lass uns mal frühstücken."

Die Ableger decken den Tisch und ich nutze die Gunst der Stunde und verschwinde mit ein paar Sachen unterm Arm nebenan und befülle hektisch den Waschautomaten. "Wenigstens die Unterwäsche ..." murmle ich dabei leise.







Die Terasse auf der wir nun unser ersten Frühstück einnehmen ist großartigerweise so angelegt, dass man das umliegende Terrain wunderbar im Blick hat. So erblicke ich auch ad hoc mit dem ersten Bissen im Mund eine Frau, die einen Helm unter den einen Arm und ein Telefon unter`s Ohr geklemmt, französische Brocken in selbiges spuckt, während sie ihren anderen Arm schwenkt und mit grenzenloser Begeisterung auf unsere Tür zeigt. Die Person, für die diese Vorstellung gedacht ist, steht vermutlich oben an der Straße. Vor der Tür überlegt sie es sich doch noch einmal anders und stürzt lieber zur nächsten herein, um dort mit Anlauf Marijas Mutter über den Haufen zu rennen. Die alte Dame zuckt angewidert zusammen und schüttelt als Antwort auf jede Frage stur mit dem Kopf. 

Noch schmeckt mein Frühstück während ich die Szenerie fürstlich überblicke. Das angetrunkene Einhorn in mir jubelt: "Es ist nicht gepuhutzt! Sie kommt hier nicht reihein!" Nur die Ableger werden zusehends nervös und stellen unbequeme Fragen wie: "Und was ist, wenn ... ", die ich im Keim ersticke.




Kauend und die Natur im Blick wirke ich betont gelassen, als das französisch sprechende Wesen hektisch unser Terrain wieder verlässt. Doch dann erblicke ich Marijas Sohn, der beflissen Hilfsbereitschaft signalisiert und den Helm unterm Arm und Mann und Maus mit Gepäck im Gefolge alle eifrig einwinkt. 

Jetzt ist es an mir, in Hektik zu verfallen. Im Stillen rede ich vor mich hin: Er will nur das Gepäck unterstellen ... Er will einfach nur ihr Gepäck unterstellen ... und stürze zurück ins nachbarliche Bad. Dort nehme ich eine Art Gebetshaltung an und versuche die Maschine zum Anhalten zu bewegen. Mittels einer Programmänderung in einen simplen Schleudergang gelingt mir das auch. Während des Schleuderns kaue ich, bereits mit den Nerven völlig zu Fuß, abwechselnd an Finger- und Fußnägeln. Als die Waschmaschine endlich gedenkt, das Programm zu beenden, rupfe ich eilig die Wäsche aus der Trommel. Parallel dazu brüllt das Murmelkind, welches Posten am Eingang zur Wohnung bezogen hat: "MAMA, MACH SCHNELL!!! SIE KOMMEN!!"
Just als wir mit der Wäsche unterm Arm die Appartmenttür schließen, kommen die Herrschaften die Treppe herauf.  

Völlige Entspannung vorgaukelnd, stehe ich auf der Terasse, werfe lässig frisch gewaschene Kleidungsstücke zum Trocknen auf die Leine und raune dem Murmelkind zufrieden zu: "Jetzt können sie sich nicht erklären, wie der Weichspüler in die Maschine kommt ... aber sie freuen sich bestimmt darüber."
Der Flummi schlägt sich kommentarlos mit der flachen Hand an die Stirn. (Für Nicht-Fachkreise: bei einem Pubertier werte man so etwas bitte als Beifall!) 


Zu meiner Ehrenrettung sei erwähnt, diese Geschichte habe ich später bei einem lauschigen Dinner Marija gebeichtet und sie fand sie wunderbarerweise tatsächlich sehr erheiternd. Wer diese kleine Powerfrau einmal selbst kennenlernen möchte, suche bitte in Dubrovnik nach den Appartments Estrella.

Fotos: gesammelte Werke aus Kroatien von Ichnicht  (Packt schon wieder Koffer. Er ist so einfach zu begeistern!)

Freitag, 14. Juli 2017

Durst-Digga!

Es ist eine dieser abendlichen Wir-decken-den-Tisch-Situationen. Die Murmel taucht quirlig in der Küche auf und ich sage: "Hey ... Du solltest doch Besteck hinlegen!"
Sie brabbelt vor sich hin: "Ich ... aber Durst, Digga!"
Ich kontere: "Nenn misch nisch Digga, Alda! Isch bin nisch digg! Isch bin nisch ma durst-digg!"
Das Murmelkind rollt sich vor Lachen auf der Küchenzeile.
Ich lege nach: "Gugst Du! Bin isch digg?"
"MAMA! Ich hab das gar nicht so gesagt! Ich hab gesagt, dass ich durstig bin! Und jetzt hör auf so zu reden!"
"Ey, Alda! Du hast angefangen. Du hast gesagt bin isch digg!"
"Hab ich GAR NICHT!" kugelt es sich immer noch.
Na gut. Ich könnte mich natürlich auch verhört haben. 

Und jetzt glauben Sie, ich sei albern?


Foto: Ichnicht  (Eigentlich sollte er die Blumen gießen!)

Dienstag, 4. Juli 2017

G(nervt)20

Es klingelt an der Bürotür. Warum macht hier niemand auf? Missmutig übernehme ich den Job.
"Moin."
Vor mir steht ein kleiner Mann, der mich angrinst: "Moin. Wird gleich laut." 
Möchte eigentlich fragen, ob komplette Sätze heute bereits zur Mittagsstunde aus sind, entscheide mich dann aber für ein in Fragezeichenfalten gelegtes Gesicht und ein: "Worum geht es?"
"Wir testen hier und es wird gleich laut."
"WAS testen Sie?"
"Die Alarmanlagen."
"Ach, Sie sind hier der Lärmveranstalter! Ich dachte schon, das hätte jetzt auch mit diesem unsäglichen G-20-Müll zu tun. Haben  Sie Ohrenschützer für die Belegschaft dabei?"
"Nein."
Ich lasse ihn stehen und möchte die Kollegen warnen. Als ich in der Tür vom alten Schweden gerade eine Warnung artikuliere, geht der Lärm auch schon los. Hätte er ja auch mal warten können!, denke ich so bei mir und halte mir die Ohren zu. 

Ich bin genervt. Grundsätzlich genervt. Dieser Tumult in der Stadt. Dieses Überangebot an Polizei. Nein, das ist nicht beruhigend, sondern im Gegenteil, diese Überpräsenz macht nervös. 

Kolonnen von Mannschaftsbussen reisen täglich durch die Stadt. Mit Blaulicht. Warum, wissen sie wahrscheinlich nicht mal selbst. Und sie legen Teile des Verkehrs lahm. Brav wartet man gefühlte zweiundzwanzig Grünphasen an Ampeln, bis der Tross vorbei ist und fühlt sich fremdbestimmt.

Seit einer Woche stehen Polizeibusse im Stadtpark und die Beamten starren auf eine leere Wiese, auf der wahlweise eine Gruppe Erwachsene Golfabschläge übt oder ein paar Schüler anlässlich ihres Sommerfestes grillen. Auf dem Rest wächst das Gras friedlich vor sich hin.

Das Gericht entscheidet, dass in Hamburg zu Protestzwecken gecampt werden darf, die Polizeit entscheidet dagegen und baut Zelte eigenhändig unter Tränengasbenutzung wieder ab. 

Der saudische König reserviert das beste Hotel am Platz, das "Vier Jahreszeiten", es werden Wände darin versetzt und Panzerglasscheiben eingebaut. Ein Plätzchen für den Thron wird gelassen. Als alles fertig ist, sagt er ab. Vielleicht liegt es ja daran, dass es Probleme mit der Einreise seiner zwanzig Kamele zur Versorgung mit Frischmilch gab. Wer weiß das schon so genau. Der König schickt den Finanzminister. Der hat es jetzt auch nett dort.

Was zum Henker soll das alles? 
Das war doch wohl eine absolute Schnapsidee, den bekloppten Gipfel, von dem man nicht mal weiß, was er letzlich bringen wird -auch für Hamburg-, hier zu gestalten. Von der einst so schönen Stadt, werden sie nichts sehen, die hohen Herrschaften, und falls sie sich doch mal fußläufig in die Innenstadt begeben, was ich höchst bezweifle, werden sie holzvernagelte Fensterscheiben mit Werbeplakaten vorfinden, Protestler mit und ohne kriminelle Energie, vielleicht noch ein paar hartgesottene Ladenbesitzer und Touristen aber das Gros der normalen Stadtbevölkerung wird woanders sein, viele Büros und Geschäfte geschlossen.

Gewarnt vom G8 in Heiligendamm, werde ich mir meine Ableger schnappen und an die Ostsee verschwinden. Damals ist dort alles außer Rand und Band gewesen. Polizisten jagten Demonstranten über Gartengrundstücke unbescholtener Bürger hinweg, Hubschrauber standen tagsüber stundenlang in der Luft, um das Geschehen von oben aus gut im Blick zu haben und mein Mutter heulte am Ende des Tages nur noch. Keine Nerven mehr für irgendwas. 


Eigentlich bin ich gerne an der Ostsee, aber nur, wenn ich entscheide dort sein zu wollen und nicht aus einer Art Flucht heraus. Diese Veranstaltung fühlt sich an, als würde sie aus mir wieder einen Bürger zweiter Klasse machen, weil mein Bewegungsradius innerhalb von gewissen Schutzzonen oder Sicherzeitsgürteln ist. War ich schon mal, damals in der DDR, muss ich nicht nochmal. 

Ich setze mich an meinen Platz. Der kleine Mann reißt noch einmal die Bürotür auf, brüllt etwas, das ich nicht verstehe und findet alleine hinaus. Als der Lärm endlich verebbt, nehme  ich die Hände von den Ohren und seufsze tief. Morgen noch. Und dann habe ich ein langes Wochenende. Auch schön!


Foto: Ichnicht  (Vor Langeweile macht er jetzt schon Fotos von unserer Bürotür, ich sollte den armen Wicht nicht immer mit herschleifen.  Das Original ist hier zu finden.)

Donnerstag, 29. Juni 2017

Schlüssel-Schussel

Im Büro liegt mein Telefon neben mir auf dem Schreibtisch und summt so vor sich hin. Werde wohl doch mal nachsehen, wer so viele Wörter für mich übrig hat. 
Der Flummi ist´s. 
Sein Text beginnt mit: "Ich habe ein Problem... " 
Toll. Mein Lieblingsanfang. Ich mag schon gar nicht weiterlesen. Als in dem Text jetzt auch noch Fahrrad und Speiche vorkommt, fange ich langsam an die Krise von links nach rechts zu schieben und rufe ihn kurzerhand an.

Vielleicht sollte ich anmerken, dass Fahrrad und Parken auf dem Schulgelände schon ein Dauerstressthema zwischen uns ist. Die Räder stehen da dicht an dicht und wenn kein Platz ist, wird eben welcher gemacht. Ständig war der Reifen aus Versehen oder mutwillig geplättet oder irgendwas an dem Gefährt verbogen und verbeult. Ich hatte so die Nase voll, dass ich dem Flummi verbot, auf dem Schulgelände zu parken, was er bis heute gerne ignoriert. Und als er eines schönen oder besser nicht so schönen Tages mit seinem niegelnagelneuen Rad in die Schule fuhr und ich sein Schloss zu Hause fand, hörte ich mich laut und deutlich zu mir sagen: "Kack auf ´nen pünktlichen Arbeitsbeginn und darauf, dass es regnet! Hundertschaften von Euronen finden jetzt auf gar keinen, aber auf gar keinen Fall einen neuen Besitzer!" Ich schwang mich also ins Auto, suchte und fand das Rad unangeschlossen auf dem Schulgelände, wuchtete selbiges in mein Moppelkotz (für Nicht-Fachkreise: mein Auto) und zu Hause wieder in den Keller, wo der Drahtesel wohnt. Danach sah ich aus wie rückwärts durch die Hecke gezogen, was mir ziemlich wurscht war. Das Rad war gerettet. 

Da mein Flummi nie sein Telefon mit in die Schule nimmt, konnte ich ihn ja auch nicht vorwarnen. Andererseits brauchte er wahrscheinlich auch mal eine kleine Lektion. Gegen Mittag war es dann soweit. Er war ausreichend in Panik, um mich von einem fremden Telefon aus anzurufen und mir zu sagen, dass sein Fahrrad wohl blöderweise gestohlen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich auch wieder einigermaßen abgeregt, flippte nur so semi aus und erklärte ihm kurz meinen morgendlichen Einsatz. 

Heute frage ich bemüht ruhig in den Hörer: " Was -zum Henker- ist jetzt schon wieder mit Deinem bescheuerten Rad?"
"Das Rad ist kaputt. Eine Speiche ist rausgebrochen."
"Wie rausgebrochen? Hast Du etwa wieder auf dem Schulhof geparkt?"
"Nein." antwortet der Nichtredner und schweigt in die Leitung.
"Was ist dann passiert?"
"Weiß ich auch nicht. Auf einmal hat da was geklappert."
"Kannst Du damit noch fahren?"
"Ja."
"Fahr erstmal nach Hause, ich komm dann auch gleich." 

Zu Hause machen wir uns zu zweit auf den Weg in den Keller, um das Disaster zu begutachten. Erfreulicherweise ist es nur halb so schlimm, wie ich dachte. Eine einsame Speiche baumelt haltlos im Speichengewirr und klimpert bei jeder Drehung des Rades lustig vor sich hin. Die Hoffnung ist also groß, dass wir es als Garantieschaden an das Fahrradgeschäft verkaufen können. 

"Nur das Geklimper muss weg." denke ich laut und erinnere mich an Blumendraht in irgendwelchen Schubladen oben in der Wohnung. Ich lasse den Flummi im Keller stehen und entschwinde kurz in Richtung der Schubladen. Dabei speichert der Autopilot in meinem Kopf das Schlüsselbund als immer noch im Schloss des Kellers steckend ab, was natürlich völliger Blödsinn ist, denn mit eben dem muss ich ja in die Behausung etwas oberhalb des Kellers. Unterwegs treffe ich noch meine Lieblingsnachbarin, mit der ich einige fröhliche Worte wechsele, stehe kurze Zeit später vor dem Blumendraht, der verkeilt in einer Schublade sein Dasein fristet, zerre ihn mit beiden! Händen heraus und lasse hinter mir die Tür ins Schloss sausen. Als ich wie ein junges -na gut, ein mittelalterliches- Fohlen die Treppe runterspringe, reißt es mich auf dem Absatz herum und fällt mir wie Schuppen ... WAS -ZUM HENKER- HATTE ICH NUR  GERADE WIEDER GETAN? Im Geiste sehe ich das Schlüsselbund einen Wiener Walzer auf der Kommode drehen und schüttle im Rhythmus den Kopf dazu. Ich lerne es nie! Nie! Nie!

Nun gut. Da ich ja immer gerne das Glas halb voll sehe: wenigstens stehe ich diesmal nicht im Schlafanzug vor der Tür.

Haare raufend und mit einem Fünkchen Hoffnung im Gepäck, eile ich zu meinem Flummi in den Keller. 
"Hast Du zufällig Deinen Schlüssel mit runtergenommen?"
Fragender Eichhörnchenblick in meine Richtung: "Nein. Warum???"
"Telefon?"
"Nein. Warum???" 
Arghhh! Nie sind die Dinger greifbar, wenn man sie braucht.
Ich zucke die Schultern, tigere auf und ab, schlage mir im Sekundentakt mit der Faust an die Stirn und erkläre kurz, dass wir erstmal obdachlos sind und der Keller jetzt unser Zuhause sein wird. Gut, dass mein Sohn so ein Langmut ist und in sich ruht. Er zuckt jetzt seinerseits die Schultern und vertraut darauf, dass ich es schon richten werde. Jetzt wird erstmal das Rad zusammengefummelt.
Während ich so fummele, rechne ich aus, was ein Schlüsseldienst kosten wird und genau aus dem Ergebnis heraus suche ich in den Windungen meines Hirns nach  Alternativen. 

Es gäbe da ja noch jemanden, genauer eine Jemandin. Das Murmelkind ist noch in der Schule und als sie mich morgens fragte, ob sie ihren Schlüssel mitnehmen müsse, sagte ich aus einer Eingebung heraus, dass es mitunter besser wäre. Wenn doch mal die restliche Familie aushäusig weilte und man hätte dringend Notdurft zu verrichten, würde sich das in den Blumenbeeten vor und hinter dem Haus nur unschön erledigen lassen. Und auch wenig geheim. Da könne es schon mal vorkommen, dass Herr Eichhorn und Frau Spatz sich den Klappstuhl auf die Wiese stellten und das Gesehene mit Pfiffen und Applaus bedächten.
"Mama! Jetzt bist Du albern! Und außerdem ... dann würde ich mir lieber in die Hose machen!" 
Gut. Wäre das also geklärt.

Der Schlüssel in ihrer Tasche könnte uns jetzt retten. Haken an der Geschichte: just in diesem Moment ist die Schule aus und ich meine mich zu erinnern, sie wollte sich nachmittags verabreden. Unser Kellerdasein könnte sich also noch hinziehen. Blöd.

Da das Rad ist wieder geräuschfrei ist, sollte es doch unbedingt mal Probe gefahren werden, finde ich. "Flummi, kannst du mal ganz, ganz schnell in die Schule zur Murmel sausen und sie abfangen, bevor sie irgendwo anders hin entschwinden kann? Wir brauchen ihren Schlüssel!"
Mein Lang- und Sanftmut in Person erstarrt und übersetzt in Zeitlupe das Gehörte ins Flummische.
"Jetzt!", herrsche ich ihn an. Dann rast er los.



Nach einer halben Stunde, die ich damit verbringe, mich in sämtlichen Spinnweben zu wälzen, die der Keller hergibt, um nach einem schon immer vermissten Irgendwas zu suchen, höre ich die zwei einträchtig und fröhlich kichernd vor dem Haus. Ich freue mich ja immer sehr, wenn die zwei nach Hause kommen. Aber heute noch ein bisschen mehr.


Foto: Ichnicht  (Sollte ich vielleicht ihm mal einen Schlüssel in den Panzer stopfen?)

Montag, 26. Juni 2017

Opas Revange

An der Ostsee. 
Mittagessen ist beendet, Opa verlässt Tisch und Raum, um sich seiner Mittagsruhe zu widmen. Kurz danach holt der Flummi seine Füße unter dem Tisch hervor und grinst breit.  An einem baumelt ein Hausschuh vom Opa. Da ist der Lump doch tatsächlich ohne eine Miene zu verziehen mit nur einem Schuh am Fuß dezent um die Ecke gehumpelt. Der Rest von uns hat vom Fußgemenge unter Tisch null, null mitbekommen. Ich muss laut schmunzeln.

In Hamburg. 
Eine Woche später kommt mir mein Flummi aus der Küche entgegen. Ebenso mit nur einem Hausschuh an den Füßen. Mit Blick auf seinen Füße frage ich: "Was ist das?"
Er antwortet: "Ich finde den anderen Schuh nicht."
Kann es mir nicht verkneifen: "Frag mal den Opa."


Foto: Ichnicht (und der Lump/Opa ... wie das so ist, wenn Duellanten aufeinander treffen)

Donnerstag, 6. April 2017

Einmal Oma und zurück

Zuweilen verleihe ich gerne meine Ableger an den Rudelrest, sprich die Großeltern. Am liebsten wenn Ferien sind, dann habe ich nämlich ein paar Tage Urlaub gespart und die Flöhe einen anderen Wind um die Nase. Soll ja hin und wieder eine Bereicherung sein. 

Bei den Großeltern, die sich aus Kindertagen noch an den Krieg und damit an nichtvorhandene Nahrung erinnern, spielt Essen immer noch eine sehr große Rolle. Das schlägt sich in Menge und Häufigeit zwangsläufig auch auf die Enkel nieder, getreu dem Motto: nur ein satter Enkel ist ein guter Enkel.

Vor Abreise sitzen wir am Tisch und diskutieren die Abwesenheit der Flöhe und Verweildauer in Rudelshausen. Bei diesem Thema kippt der Flummi auf seinem Sessel nach hinten schlägt die Hände vor das Gesicht und stöhnt: "Jetzt geht das wieder los. Alle zwei Stunden ´ne Mahlzeit. Ich werde ganz fürchterlich zunehmen!" 
Darauf erwiedert die Murmel nuschelnd während sie in ein Brötchen beißt: "Ich bin ja schon froh, dass Oma nicht auch noch nachts kommt und uns was zu essen gibt." 




Nachdem die Ferien dann rum sind, sitzen wir im Auto und ich frage: "Wie war´s denn jetzt eigentich so bei Oma und Opa? Hattet ihr Spaß?"
Meint der Flummi: "Eigentlich war es manchmal sogar ziemlich lustig."
Da er sich gerne alles aus der Nase ziehen lässt, frage ich nach einer entsprechenden Pause, die erkennen lässt, das das bereits die komplette Antwort war: "Ach ja? Was denn zum Beispiel?"
"Naja ... einmal hat Oma sich voll über die Massentierhaltung aufgeregt und dabei in ein mit Wurst belegtes Brot gebissen. Die Wurst war aber definitiv NICHT bio." 
"Hast Du ihr das gesagt?"
"Nein, ich hab nix dazu gesagt.", sprichts und sieht vergnügt schmunzelnd in die an uns vorüberziehende Landschaft. 
Guter Sohn.

Foto: Ichnicht (zieht ein Stück geschmuggelten Kassler unter seinem Panzer hervor und beißt genüsslich hinein ... hach, wenn das die Oma sehen könnte ...)